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Tierphysiotherapeutin Anja: Neues Jahr – neuer Partner!

Anja Braun, angehende Tierphysiotherapeutin, ist neuer Gastautor bei Lumpino.

Hallo Anja, willkommen an Bord! Würdest du dich und deinen Hund kurz vorstellen?


Mein Name ist Anja Braun und ich lebe in Berlin, zusammen mit meinem zehnjährigen Hund Dodger. Dodger seht ihr oben auf dem Bild rechts neben mir. Er ist ein typischer Boxer – lebhaft, verspielt und freundlich. Er ist mir seit Jahren ein treuer, lustiger und vertrauenswürdiger Wegbegleiter.

Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin zu beginnen?

Dabei haben 2 Faktoren eine Rolle gespielt: meine beruflichen Wurzeln und ein Autounfall, mit dem Dodgers Krankengeschichte begann. Ich bin von Haus aus ausgebildete Tierpflegerin und hab mich schon immer für Tiermedizin interessiert. Dann hatte mein Dodger, als er klein war, einen Autounfall, bei dem er sich verletzte. Es war der Anfang einer wahren Odyssee von Arztbesuchen …

Was passierte nach dem Unfall?


Nach dem Aufprall war Dodgers Schulter sehr berührungsempfindlich, er humpelte, hatte Anlaufschwierigkeiten und ich spürte, dass er Schmerzen hat. Das Schultergelenk war kurze Zeit später geschwollen und fühlte sich warm an. Er wollte sich kaum noch bewegen. Schließlich gingen wir zum Arzt. Der ließ das Schultergelenk röntgen und diagnostizierte eine Gelenksentzündung, also eine Arthritis, die sich später zu einer chronischen Gelenksentzündung mit einer Veränderung der Knochenstruktur und Knorpelabbau entwickelte.

Wie wurden Dodgers Symptome behandelt?


Um das Schultergelenk zu entlasten, sollte es eine Zeit lang ruhiggestellt werden. Parallel gab es Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, um die Entzündung und die Symptome in den Griff zu bekommen. Da Dodger einen sehr empfindlichen Magen hat, vertrug er nicht alles und die Medikamente mussten gewechselt werden. Letztendlich entwickelte er trotz Therapie eine Schonhaltung der Vorderhand und lahmte. Damit begann ein krankheitstypischer Kreislauf: Die Schonhaltung führte zu einer Überlastung anderer Muskeln und Gelenke und so wieder zu neuen Schmerzen – in unserem Fall zu Rückenschmerzen und Verspannungen der Lendenwirbelsäule. Zu allem Überfluss verzogen sich einige Wirbel der Lendenwirbelsäule und Dodger zeigte Blockaden im Bereich des Hüftgelenks.

Das hört sich schrecklich an … wie ging es weiter?


Mir wurde bewusst, dass ich mich so schnell wie möglich auf die Suche nach einer Alternative oder Ergänzung zur klassischen Veterinärmedizin machen musste. Es musste etwas geben, das Dodger helfen würde. Also begann ich eine zweite Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin.

Was gefällt dir an der Ausbildung am meisten?


Meine Dozenten sind erfahrene Hundephysiotherapeuten – das Unterrichtskonzept wurde in Zusammenarbeit mit Tierärzten entwickelt. Es ist im Prinzip wie beim Menschen, denn die Physiotherapie für den Hund ist von der Humanmedizin abgeleitet. Es ist eine gute Ergänzung zur Schulmedizin und wird von den meisten Tierärzten auch als solche empfunden. Im Umgang mit neuen Patienten ist viel Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen gefragt – auch in Bezug auf die Hundebesitzer. Und jeder Erfolg ist ein Stück mehr Lebensqualität – für den Hund und irgendwie auch für den Halter. Es ist wirklich ein tolles Gefühl, Schmerzen zu lindern, mehr Bewegungsfreiheit zu schenken und vor allem auch die Bindung zwischen Tier und Mensch zu stärken.

Wie läuft die Behandlung in der Regel ab?


Ich habe mich bewusst für eine mobile Praxis entschieden und fahre direkt zu den betroffenen Hunden und den Besitzern nach Hause. Zum einen bedeutet dies wenig Stress gerade für die oft immobilen und teilweise ängstlichen Patienten, zum anderen entfallen für den Halter Wartezeiten, Parkplatzsuche und Transportorganisation. Am Anfang der Therapie steht die Anamnese, also das Erfragen der Krankheitsgeschichte und natürlich das Kennenlernen des Patienten. Dabei achte ich besonders auf den aktuellen Zustand, die bisherigen Untersuchungsergebnisse und Befundaufnahmen wie Röntgenbilder usw. Sie sind neben einer eingehenden Untersuchung mit Ganganalyse und Abtasten des gesamten Hundekörpers die Basis meiner Arbeit.

Vielen Dank für diese ersten Einblicke! Die nächsten folgen, ihr könnt gespannt sein und sogar mitbestimmen.
Wir planen mit Anja einige interessante Beiträge – u. a. dazu, wie ihr selbst euren Hund im Alter oder bei Krankheit unterstützen könnt.

Themenvorschläge nehmen wir natürlich gern über die Kommentarfunktion entgegen 😉.

Mehr Infos über Anja gibt’s bald wieder bei Lumpino und auf ihrer Internetseite: www.facebook.com/fitundgesundhundephysio/

 

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